Hauberlinge

Hauber Kücherl, Hauber Kiache, Hauberkiacherl, Haubenküchl

Region: Oberbayern

stumme Karte, Oberbayern markiert

Hauberlinge sind eine sehr regionale Spezialität und nur in wenigen Ortschaften in Oberbayern verbreitet. Das deftige Schmalzgebäck besteht aus einem Hefe-Bierteig, gemischt aus Weizen- und Roggenmehl sowie reichlich Kümmel. Trotz der Verwendung von Schmalz haben die Hauberkiacherl, wie die Hauberlinge auch genannt werden, einen engen Bezug zur Fastenzeit – dazu aber später mehr.

Deftige Zubereitung

Neun Hauberlinge werden in einer Pfanne auf dem Herd in Schmalz ausgebacken

Für die Zubereitung bereitet man aus Weizen- und Roggenmehl, Salz, Hefe und Wasser zunächst einen Vorteig, bevor anschließend Bier, Kümmel und Ei eingearbeitet werden. Nachdem der Teig auf etwa die doppelte Größe aufgegangen ist, werden mit einem Esslöffel kleine Kücherl abgestochen. Diese setzt man in eine Pfanne mit reichlich Schmalz und lässt sie darin backen. Wenn sie auf der Unterseite goldbraun sind, wendet man sie und lässt sie insgesamt noch schön braun werden.

Lokale Spezialität mit päpstlichem Segen

Nahaufnahme von Hauberlingen, die auf einem Teller gestapelt sind.

Die sehr regionale Bedeutung der Hauberlinge ergibt sich aus der Geschichte. Im Mittelalter nämlich wurde das Fasten sehr streng eingehalten und in der Fastenzeit durften keine tierischen Speisen gegessen werden; auch mit Schmalz durfte man also nicht kochen. Das ärgerte den Grafen Sigmund von Haag und er schrieb 1485 an den Papst in Rom, er möge seinen Untertanen erlauben, mit Schmalz zu backen, denn in Bayern sei das Olivenöl aus Italien teuer und seine Untertanen hätten einen Widerwillen dagegen. Tatsächlich habe Papst Innozenz VIII. diesen Dispens erteilt und die armen Leute der Grafschaft durften fortan mit Schmalz und dem billigeren dunklen Mehl die Hauberlinge backen, sodass dieser Dispens scherzhaft auch als „Hauberlingdispens“ bezeichnet wird.

Durch diese Geschichte erklärt sich auch, warum dieses Backwerk nur in einem kleinen Teil Bayerns, nämlich rund um Haag, Dorfen, Erding und Mühldorf bekannt ist, im übrigen Bayern aber nicht. (Quelle: "Das große Buch der Grafschaft Haag" von Rudolf Münch)

Das Obere Isental rund um Dorfen wurde nicht zuletzt auch aufgrund der Hauberlinge 2018 als bayerischer GenussOrt ausgezeichnet.

Vielseitige Genussmöglichkeiten

Nahaufnahme von zwei Hauberlingen, die auf einem Teller Rehragout angerichtet sind.

Früher wurden die Hauberlinge gerne als Alternative zu Kartoffeln oder Knödel gereicht. Auch heute noch sind sie besonders als Beilage zu Rehragout, Kartoffelsuppe oder Gansjung beliebt.
Allerdings kann die Spezialität zur Abwechslung auch als Beilage für eine Suppe, zur Brotzeit oder auch zum Kaffee serviert werden. Selbst pur ist der Hauberling für Kenner ein Genuss.

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Hauberlinge aus Haag: Frisches Schmalzgebäck für den Markt | Zwischen Spessart und Karwendel | BR